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Klassenreise Hamburg

Altes Land bei Hamburg


Im Alten Land bei Hamburg gehen die Uhren scheinbar langsamer


 
Von Hanno Müller aus Thüringer Allgemeine vom 21.05.2011

Man kann den Pulsschlag der Großstadt noch fühlen. Jenseits der Elbe, die zwi­schen Jork und Stade hinter hohen Deichen dahinfließt, liegt der Hamburger Stadtteil Wedel. Der Flughafen Fuhls­büttel ist nicht weit entfernt, ebenso wenig Hamburgs Ha­fen oder die quirlige Altstadt.

Und doch ist im Alten Land alles anders. Kleine, en­ge Straßen verbinden be­schaulich-stille Ortschaften. Es scheint als gingen in Back­steinstädtchen wie Jork, Steinkirchen oder Grünen­deich die Uhren langsamer.

Das Alte Land ist traditio­nelles Obstland. Im Frühjahr verzaubern Millionen blüh­ender Obstbäume den 30 Ki­lometer langen und 10 Kilo­meter breiten Landstrich links der Elbe. „Zur Zeit der Blüte, wenn das ganze Land wie in einen weißen und rosi­gen Schleier gehüllt erscheint und ein tausendfältiges Le­ben darin summt und schwärmt und jubelt, bietet es einen Anblick dar, dessen ei­gentümliche Zauberpracht mit Nichts zu vergleichen ist", frohlockte Mitte des 19. Jahrhunderts ein Dichter.

Touristen sollten im Alten Land vor allem Natur- und Ruhe-Suchende sein. Hat man die Elbe samt riesigen, den Hamburger Hafen an­steuernden Ozeantankern erst einmal hinter sich gelas­sen, wird man von einer gera­dezu friedlichen Stille umfan­gen.

Das Einzige, was etwa auf dem kleinen, versteckt liegenden Zeltplatz in Mittelnkirchen lärmt, sind die Insekten. Hektische Event-Hascher sind fehl am Platze. Stattdessen lädt das Alte Land ein zum Spazierengehen, Wandern oder Rad fahren.
Wenn möglich, sollte man das Auto stehen lassen und zum Beispiel aufs Leihrad umsteigen. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, der flachen, von Kanälen durchzogenen Naturlandschaft nahezukommen. Über den Elberadweg kann man auch gleich mit dem Rad anreisen.
Einer der vielen Wege führt vom idyllischen, 800 Jahre alten Jork mit seinen historischen Bauernhäusern
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Ma­lerisch schlängelt sich die Route entlang des Flüsschens Este durch die Wiesen, vorbei an alten Gehöften, auf deren Schornsteinen Storchenpaa­re brüten oder ihre Jungen füttern. Das kleine Privatmu­seum von Gerd Matthes in Estebrügge zeigt Möbel, Tru­hen, Trachten und allerlei Haus- und Küchengerät der Region. In viele der für die Gegend typischen, teils riesi­gen Fachhallenhäuser mit hohen, vielstöckigen Spitz­giebeln ist bereits wieder neu­es Leben eingezogen.



Obgleich nicht mehr direkt zum Alten Land gehörend, sollte für einen Besuch in Buxtehude schon deswegen Zeit sein, weil sich hier angeblich Hase und Igel ihren legendären Wettlauf lieferten. Buxtehude hat wunderschöne Ecken. Stellvertretend seien das im 13. Jahrhundert gebaute Hafen-Fleth und der 500 Jahre alte, verwinkelte Stavenort im Nordosten der Altstadt mit verwunschen wirkenden Fachwerkhäusern und einem allerliebsten Porzellan-Glockenspiel genannt.
Infos: Fremdenverkehrsamt Altes Land in Stade, W 041417 40 91 70.

Infos: Fremdenverkehrsamt Altes Land in Stade, W 041417 40 91 70.



Der historische Stavenort in Buxtehude. Der Name leitet sich ab von einer einst hier gelegenen Badestube (stove, stave). Die Außenwände der niedrigen Fach­werkhäuser bestehen zum Teil aus den Resten der Buxtehuder Stadtmauer.


 
Ausflugsziel Lübeck

Wenn man auf Klassenfahrt in Hamburg ist, kann man auch einen schönen Ausflug nach Lübeck unternehmen. Eva Maria Mester hat in einem Artikel in der Sächsischen Zeitung vom 17.12.2010 schon ein paar interessante Informationen beschrieben, die man auf eine Klassenreise selbst erleben kann.

Hier ein Auszug aus dem Artikel:

Lübeck. Wer hat's erfunden? Beim Stichwort Marzipan denkt wohl fast jeder an Lübeck: Fünf Unter­nehmen widmen sich dort und im benachbarten Stockelsdorf der Her­stellung des Naschwerks, das der Lübecker Thomas Mann einst als „üppige Magenbelastung" be­schrieb. Um das Jahr 1900 gab es in Lübeck noch 29 „Marcipan-Fabri-kanten". Das „Markusbrot" (latei­nisch: Marci panis) wird an vielen Orten fabriziert. Doch „Lübecker Marzipan" darf es sich seit 1982 nur noch nennen, wenn es aus Lübeck und Umgebung stammt.

Der älteste noch existierende Hersteller ist die 1806 gegründete

Traditionsfirma Niederegger. Doch auch die Firma Erasmi & Carstens blickt auf eine rund 150-jährige Ge­schichte zurück. Charlotte Eraäni, Witwe eines Lübecker Weinhänd­lers, gründete 1845 eine Fabrik mr Obst- und Gemüsekonserven. Au­ßerhalb der Erntezeiten verlegte sie sich - wie viele andere Unter-* nehmen der Branche j auf die Her-: Stellung von Süßwayen. Um das Jahr 1900 konzentriere sich Eras­mi schließlich auf die,stark expan­dierende industrielle; Herstellung von Marzipan. Laut Urjternehmens-sprecher Leo Möllerherm ist Eras­mi & Carstens heute jäer fuhrende Anbieter im Massenbereich". Die Produkte gibt es auci in Discount-Lebensmittelgesch.i ften.

1530 wurde die Süßigkeit erstmals in einer Zunftordnung der Hanse­stadt erwähnt, um 1800 soll ef in Lübeck rund 135 Hersteller gege­ben haben. Der großen Lübecker Marzipantraclition fühlen sich alle Lübecker Hersteller verpflidiin. Die meisten von ihnen verziehen nach eigenen Angaben darauf, der
Rohmasse bei der Verarbeitung weiteren Zucker zuzusetzen. Sie ge­hen damit über die Qualitätsanfor­derungen an „Lübecker Edelmarzi-' pan" hinaus. So darf sich das End­produkt laut Gesetz nennen, wenn der Rohmasse höchstens zehn Pro­zent Zucker zugefugt wurde. „Wer kein Marzipan mag, der hat ver­mutlich schlechte Erfahrungen mit sehr süßem Marzipan gemacht", sagt Möllerherm......
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