Rom
weiße Wand in Rom
Von Paul Kreiner aus Sächsischen Zeitung vom 30.05.2011
Eine weiße Wand in Rom als Attraktion
Die Weltkulturhauptstadt wartet mit einer neuen Sensation auf. Die Sache muss aber dringend unter uns bleiben.
Wir wohnen nahe an einer Klosterschule. (Das ist in Rom nichts Besonderes, das tut fast jeder.) Unsere frommen Nonnen und ihre - später - bestimmt genauso frommen Kinderlein schirmen sich gegenüber der bösen Welt hinter einer massiven Wand aus Travertinstein ab. Die ist vier Meter hoch, glatt und leuchtend hell, fast weiß.
Was also gibt es Besseres für die Künstler unserer Tage? Die Schulwand ist normalerweise von oben bis unten besprüht mit den wildesten Graffiti. Neulich aber wurde es den Nonnen zu bunt. Ein Reinigungstrupp rückte an, brachte -
dem Geruch nach - härteste Chemie und eine Unmenge Scheuersand zum Einsatz und gab der Wand ihre Jungfräulichkeit zurück.
Schön war sie! Aber nur zwei Tage lang. Jetzt zeigt sie, drei auf drei Meter, das neueste Werk eines nächtlichen Sprayer-Trupps: In Ja-maica-Farben, im Reggae-Stil und bestimmt von einer ganz speziellen Sorte Weihrauch inspiriert.
So ist es halt in der Weltkulturhauptstadt Rom. Kunst wird hier seit 2 800 Jahren produziert, sie ist nachwachsender Rohstoff auf bestgedüngtem Boden. Und die Behörden haben - wenn überhaupt - anderes zu tun, als bürgte Wände zu polieren; sie kämen mit der Arbeit auch kaum nach.
In Bologna indes, also in einem nördlicheren Italien, wo noch Zucht und Ordnung herrschen, da versucht die Stadtpolizei nun tatsächlich, der Graffiti Herr zu werden. Ein dreihundert Mann starkes Spezialkommando - Codename: Pandora - hat 11500 postmoderne Wandmalereien erfasst. Jetzt geht's darum, über die „Tags", also die Autorenkürzel, auch noch die Künstler zu erwischen - „diese Elemente", nennt sie der federführende Staatsanwalt, „die unsere Stadt versauen". Und die Chefin der Stadtpolizei macht sich Mut: „Wir schaffen es. Wir müssen nur dran glauben."
Die Frau hat recht. Es gibt Grund zur Hoffnung, ich kann es bezeugen. Jeden Tag habe ich das Glück, in Rom an einer Grundstücksmauer entlanggehen zu dürfen, die voriges Jahr neu hochgezogen worden ist. Makellos verputzt, apricot-farben gestrichen, 135 Meter lang, 2,30 Meter hoch. Das ergibt eine zum Malen einladende Hache von schier unermesslichen 310 Quadratmetern - aus komplett unerfindlichen Gründen blieb aber genau diese Wand seit acht Monaten Graffiti finden sich in Rom allerorten - wie hieran einer U-Bahn. Die Behörden sind machtlos und haben längst kapituliert.
von allen Graffiti verschont. Diese unerhörte kulturelle Sensation sollte man allen Romtouristen zeigen: Man müsste sie in sämtlichen Stadtführern erwähnen, sie zum achten Weltwunder ausrufen.
Es darf nur keiner verraten, wo dieses Wunder zu bestaunen ist. Sonst, spätestens morgen Nacht...
und ewig lohnt sich Rom
entnommen aus der Travel Talk aus der Ausgabe vom 20.21.2011 von verschiedenen Autoren erstellt.
Die Stadt am Tiber hat das Prädikat „ewig" gleich zweimal verdient: Sie ist ewig schön und ewig jung. Antike, Renaissance, Barock, Moderne - die Römer leben mit den eindrucksvollen Bauten aller Epochen so lässig wie andere mit Hochhäusern. Im Bereich Städtereisen gehört die Stadt zu den Top Five in Europa (neben London, Berlin, Hamburg, Wien). Die Gründe, warum Touristen die ' italienische Hauptstadt besuchen, sind vielfältig: Sie kommen wegen der Religion, der Kultur, lieben Kunst und Shopping, oder verehren den Papst. Alle wollen eine Metropole erleben, die seit mehr als 2700 Jahren Reisende aus aller Welt fasziniert.
Die besten Reisezeiten sind Ende März bis Mitte Juni, September und Oktober. Das meistfotografierte Motiv der Stadt dürfte das Kolosseum sein. Höchstens der Papst kann mithalten: Seine Mittwochsaudienzen sind nicht nur für Christen das Highlight ihrer Rom-Reise. Gratis-Tickets gibt es über Veranstalter wie Dertour. Oben auf der Hitliste stehen auch Trevi-Brunnen, Vatikan mit Petersdom und Sixti-nischer Kapelle, Piazza Navona sowie die Spanische Treppe.
In Sachen Buchungen lief das Vorjahr bei den Veranstaltern unterschiedlich. Während TUI und Gebeco auf „gutem Vorjahresniveau" liegen, spricht Frank Götze, Bereichsleiter Kurzreisen bei Dertour, von leicht rückläufigen Zahlen. Er will dieses Jahr mit Marketing-Aktionen wie „Summer in the City" wieder bessere Zahlen erreichen. Ulrike Schäfer, Städtereisen-Produktmanagerin bei FTI, blickt auf ein „sehr gutes Jahr für Rom" zurück. Auch die Vorausbuchungen für 2011 seien sehr vielversprechend. Trotz der seit Januar geltenden „Matratzen-Maut", einer Zusatzsteuer für Touristen (siehe Interview Seite 23), sieht Daniela Pelzer, Senior Produktmanager Städtereisen bei Thomas Cook und Neckermann Reisen, kaum Probleme bei Kunden, die rechtzeitig informiert wurden.
Laut Marco Montini, Direktor der italienischen Tourismuszentrale Enit in Deutschland, war 2010 das „goldene Jahr" für den Rom-Tourismus: Es gab elf Millionen Ankünfte und über 26,5 Millionen Übernachtungen. Das waren rund eine Million mehr Übernachtungen als im Vorjahr.
Dieser positive Trend geht auch 2011 weiter: Im Januar wurden acht Prozent mehr Ankünfte und knapp neun Prozent mehr Über nachtungen registriert als im Januar 2010 Darunter waren 14.630 Ankünfte und 41.23c Übernachtungen von Deutschen. Sie blieber im Durchschnitt 2,8 Tage, ein Zuwachs vor 6,32 Prozent. Deutschland liegt unter der Quellmärkten auf Platz fünf hinter den USA Japan, Spanien und Großbritannien. Nacl Rom kommen damit so viele BesuÄier wi nach Florenz und Venedig zusammen. «ABL
das sollte man in Rom gesehen haben
Das sollten Sie sehen, wenn Sie auf Klassenfahrt gehen
entnommen aus der Travel Talk aus der Ausgabe vom 20.21.2011 von verschiedenen Autoren erstellt.
ENGELSBURG
Kaum ein Rom-Programm sieht die Besichtigung des Innenraums vor. Die Engelsburg war einst die Festung und das Gefängnis der Päpste. Hier lag unter anderem Galileo Galilei in Ketten. Sie ist eines der bekanntesten Bauwerke der italienischen Hauptstadt. Seit PF dem Bestseller Illuminati von Dan Brown hat das Interesse an der Engelsburg zugenommen. Unbedingt besuchen: das Cafe auf der Aussichtsterrasse. Von dort hat man einen tollen Blick auf den Petersdom. Die Preise sind moderat.
FONTANA DI TREVI
Der winzige Platz hinter dem Poli-Palazzo scheint von dem breit über viele Stufen hervorsprudelnden Wasser fast geflutet zu werden. Gesteigert wird die Wirkung durch das laute Rauschen, das der Widerhall auf diesem dicht umbauten Raum noch verstärkt. Wer nach Rom zurückkehren will - und wer will das nicht? - wirft mit der rechten Hand eine Münze über die linke Schulter in das Wasserbecken. Aber bitte nicht hinterherschauen!
FORUM ROMANUM
Die Basiliken, Säulen und Triumphbögen des Forum Romanum dienten eine Zeit als Steinbruch, unter anderem für den Bau des Petersdoms. In der Antike bildeten der Platz und die umliegenden Gebäude das gesellschaftliche und politische Zentrum der Stadt. Geöffnet ist das Forum von 9 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang. Die zwei Tage und auch fürs Kolosseum gültige Eintrittskarte kostet zwölf Euro.
KATAKOMBEN - ROMS UNTERWELT
Es gibt mehr als 60 Katakomben, von denen jedoch nur einige für Besucher zugänglich sind. Eine der bekanntesten ist die Catacombe Ebrai-che an der Via Appia Antica. In den ehemaligen Friedhöfen herrschen frische 14 Grad Celsius. Wärmere Kleidung schützt vor der berüchtigten „Katakomben-Erkältung".
KOLOSSEUM
Seit 80 nach Christus war das vierstöckige Amphitheater mit geschätzten 50.000 Plätzen Austragungsort für Schauspiele und blutige Kämpfe. Mutmaßlich bis zu 500.000 Menschen haben während der 400 Jahre Betriebszeit ihr Leben auf dem ovalen Platz verloren. Der konnte geflutet werden, um Schiffskämpfe auszutragen. Später wurde das Stadion als Wohnraum und Steinbruch für andere Bauten genutzt. Heute ist ef eine Pflichtstation für jeden Rom-Touristen.
LIDO DI OSTIA
Hier sonnen sich die Römer. Sie lieben ihren zwölf Kilometer langen Hausstrand mit dem schwarzen Sand, der sich im Sommer unerträglich aufheizt. Dann öffnen hier auch die besten Clubs und Pubs von Rom ihre Dependancen. Die restaurierten Badeanstalten verwandeln sich nachts in Discos, gefeiert wird bis zum Sonnenaufgang. Vom Schwimmen wird abgeraten: Die nahe Tibermündung schwemmt viele Schadstoffe ins Meer. Von Rom mit der S-Bahn ab Porta di San Paolo bis Endstation Lido di Ostia.
PANTHEON
An der Piazza della Rotonda liegt das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. Ursprünglich war der Kuppelbau als Tempel für alle Götter gedacht. Seit dem siebten Jahrhundert wird der Pantheon ausschließlich als christliche Kirche genutzt. Das Innere symbolisiert den Blick in den Himmel (Kuppel) und die Sonne (Öffnung).
VIA CONDOTTI UND VIA VENETO
Dort dreht sich alles um die Schönheit und die Mode. Allerdings findet man hier weniger Schnäppchenangebote, als vielmehr Dutzende edler Luxusgeschäfte. Zu den dort vertretenen weltberühmten Mode-Designern gehören etwa Biagiotti, Cerruti, Gucci, Valentino oder Versace, die auf diesen Straßen und in ihrer Nachbarschaft zu finden sind. Gute Shopping-Adressen sind auch die Via Sistina und Via Gregoriana.
VITTORIO-EMANUELE-DENKMAL
Der monumentale Bau an der Piazza Venezia ist für Besucher jetzt auch von innen zu besichtigen. Nach oben geht es mit dem Fahrstuhl. Von der Dachterrasse mit der kleinen Bar gibt es den besten 360-Grad-Blick auf die ewige Stadt. Als nationales „Heiligtum" ist das Vittoriano-Denkmal sowie das dort untergebrachte Museum kostenlos zugänglich.
VATIKAN
Staat in der Stadt: Im Vatikan leben rund um den Petersdom etwa 1000 Menschen.
Die Vatikanischen Museen hatten vier Millionen Besucher im Jahr, die städtischen Museen wie Ära
Sieht gar nicht so alt aus, aber das Pantheon wurde zwischen 118 und 125 nach Christus erbaut und hat sich seitdem gut gehalten.
Essen wie die Römer
entnommen aus der Travel Talk aus der Ausgabe vom 20.21.2011 von verschiedenen Autoren erstellt.
Essen wie die Römer
EINE OSTERIA bietet Mittagstisch nach Wochenplan, mit täglich wechselnder, einfacher, unverfälschter römischer Hausmannskost. Meist sind es Betriebe, in denen die ganze Familie mitarbeitet.
DIE TRATTORIA ist nicht ganz so rustikal. Es gibt eine Speisekarte, und die Auswahl an Gerichten ist größer.
DAS RISTORANTE ist eine feine Adresse mit gepflegter Menüfolge. Klassiker für den Termin mit Geschäftsfreunden, der Geliebten, der ganzen Familie.
DIE PIZZERIA passt genau für das kleine Budget der meist jüngeren Gäste. Normalerweise wird erst abends geöffnet, weil sich nur dann der Betrieb des Holzofens lohnt. Dann aber ist es voll, eng, laut.
DIE BESTE RÖMISCHE KÜCHE zu angemessenen Preisen bieten die kleinen Lokale im Viertel Trastevere. Tipp: nach römischen Gästen Ausschau halten (sitzen mit der Zeitung am Tisch). Dann wird gute Qualität geboten.
DAS BESTE EIS (55 Sorten) gibt es in der Ge-lateria Giolitti (Via degli Uffici del Vicario). Angeblich soll es manchmal passieren, dass sich Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit seinen Bodyguards vordrängelt.
Termine & Preise
Die Termine und das Programm sind frei wählbar.
Die Preise werden nach Ihren Vorstellungen und Wünschen kalkuliert.
Preisorientierung pro Person e
ab 199 EUR (Frühstück) in Bungalows am Meer vor den Toren der Stadt
ab 269 EUR (Frühstück) in Mehrbettzimmer in einem 3-Sterne-Hotel in zentraler Lage
kugeleis spezial SPAR Reisen für Klassen und Gruppen ab 15 Personen
Alle detaillierten Informationen zu unseren kugeleis spezial SPAR Reisen finden Sie auf dem entsprechenden
Hinweisblatt.
Konkrete Termine und Leistungen finden Sie
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